Nepalreisen Kopf


Everest Trekking vom 20. Oktober bis 11. November 2010
Aus dem Reisetagebuch von Iris Riatsch
Die fünf Nepalreisenden
20. Oktober 2010
10.40 Uhr Abreise ab Scoul mit Elisabeth und Chasper. Abflug in Genf 21.50 Uhr mit unserem Reiseleiter Rishi.
Glücklich in Kathmandu gelandet konnten wir schöne Zimmer im ruhig gelegenen Hotel Vajra beziehen und den langen Tag mit einem guten Bier beschliessen.
Von links: Susanna, Domenic, Chasper, Iris und Elisabeth.
22.Oktober 2010
Ein deutschsprechender Nepali-Reiseführer holte uns am Morgen ab um den eindrücklichen Vorort von Katmandu Bhaktapur zu zeigen. Man konnte gut nachvollziehen, wie diese Menschen im Alltag leben. Sahen wunder-schöne, reichhaltige Holzschnitzereien an den alten Häusern, durften eine Papierfabrik besichtigen, wo noch alles von Hand angefertigt wird, wie mein vorliegendes Tagebuch. Das Leben spielt sich auf den Strassen und Gassen ab, sie waschen sich an öffentlichen Wasser-hahnen und spielende, auch arbeitende Kinder überall. Dazwischen Kühe, die sich auch aus dem hingeworfenen Abfall ernähren, freilaufende Hühner und viele herrenlose Hunde, die mir besonders ans Herz gingen. Ein intensiver Tag und wir waren müde von all der Vielfalt. Unser Bus fuhr uns in das Hotel Godovari, das sehr schön ausserhalb gelegen und ruhig war. So konnten wir uns bei einem feinen Nepali-Buffet entspannen und in fünf Sterne Zimmern gut übernachten.
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Aussicht vom Hotel Godavari
Aussicht vom Hotel Godovari auf Langtang Himal.
Auf dem Weg von Lukla nach Phakding.
23. Oktober 2010
Am Morgen ging`s schon früh los zum Flughafen, wo wir nicht allzu lange auf unseren Luklaflug warten mussten. Wir überflogen tausende von Reisterrassen, Getreide-felder und Wälder, als der Pilot schon nach ca. 30 Minuten zur mit Spannung erwarteten Landung ansetzte. Er wurde mit einem Applaus für diese Bravourleistung belohnt. Ankunft Lukla auf 2800 Meter.
Nun hiess es "An den Rucksack - der Track beginnt!"

Vier junge Träger packten unsere schweren Taschen und gingen voraus. Zu Rishi, unserem Führer, gesellten sich noch ein Hilfsführer Kajiman Kumal (Kadi) und noch die Begleitung von Ramgopal (Ram), einem Studenten aus Katmandu. Wir folgen dem Fluss Dudh Koshi bergwärts an kleinen Häusern und Feldern vorbei, bis wir unsere Herberge in Phakding auf 2650 Meter erreichen.
Leider war der Aufenthaltsraum kalt, da der Ofen defekt war und die Unterkunft war nicht gerade wünschenswert, doch das Nachtessen hat allen geschmeckt.
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Auf dem Weg von Lukla nach Phakding.
24. Oktober 2010
Am Morgen früh Abmarsch Richtung Namche Bazar, dem viel begangenen Weg in den Sagarmatha Nationalpark, überqueren drei bis vier Mal auf imposanten Stahlseilbrücken den rauschenden Milchflusss Dudh Koshi. Immer wieder treten wir auf die Seite, um Trägern und den Japke (Rinderrasse) Platz zu machen. Es gab ein paar steile Aufstiege, die uns recht herausforderten, hatten zum Glück Schatten in den Wäldern und nach dem steilsten Aufstieg erreichten wir Namche Bazar auf 3450 Metern, der wichtigste Handelsort im Khumbu-Gebiet. Viele Läden preisen ihre Ware den Touristen an, man bekommt von Toblerone, Nivea und Mamut Artikeln fast alles: Zu vergleichen wie bei uns mit Samnaun, nur auf einem anderen Niveau. Es sind nirgendwo Motore vorhanden. Wir wurden in einer angenehmen Lodge untergebracht und nach dem Essen gingen wir bald zu Bett, denn es war eine strenge sechs Stunden Tour.
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Eine der vielen Stalseilbrücken.
Eine der vielen Stahlseilbrücken.
Namche Bazar.
Namche Bazar.
Ama Dablam.
25. Oktober 2010
Heute stiegen wir nach dem Frühstück über Treppen aufwärts, ein schönes Bild Namche Bazar von oben mit den blauen und grünen Dächern und mit kleinen von Steinmauern eingefassten Kartoffelfeldern. Nach einer Weile des Aufstiegs begrüsste uns als erstes der Gipfel der Ama Dablam und gab uns den nötigen Schub, um noch höher zu steigen für eine weitere Fernsicht. Nach fast 500 Meter Steigung erreichten wir einen Platz, von wo wir zum ersten Mal den Everest erblicken konnten ohne ein Wölklein, nur blauer Himmel, silbrig leuchtende Achttausender wie Lhotse usw. Wir haben schon viele Fotos gesehen von diesen Höchsten, doch der Anblick in Natura hat uns einfach überwältigt, auch in Dankbarkeit alles in so schönen Wetterverhältnissen anzutreffen. Nach einer langen Fotopause marschierten wir nach Khumjung, wo Sir Hillary (der Erstbesteiger des Everests) eine Schule gegründet hat. Ein hübsches Dorf mit Steinhäusern und vielen äckern, die Kuhfladen werden an die Hauswände geklebt zum Trockenen. Auch die reich geschmückte Dorfmoschee konnten wir besichtigen und den dort in einem Glasbehälter aufbewahrten Kopf des Yeti bestaunen.
Glücklich von all unseren ersten Eindrücken stiegen wir zu unserer Herberge nach Namche Bazar ab, wo wir hungrig feine nepalesische Ravioli „ Mo Mo“ verschlangen.
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Ama Dablam (6856 m).
Rishi, Kasi und Ram. Im Hintergrund Everest, Nupts und Ama Dablam.
Von links: Rishi, Kasi und Ram. Im Hintergrund Mt.Everest (8848 m), Nuptse (7861 m) und Ama Dablam (6856 m).
Kumjung. Kuhfladen werden zum Trocknen an die Hausmauer geklebt und danach zum Heizen verwendet.
Kumjung. Kuhfladen werden zum Trocknen an die Hausmauern geklebt und danach zum Heizen verwendet.
26. Oktober 2010
Nach einem schmackhaften Rührei und Toast zum Frühstück hiess es wieder alle Sachen packen, Aufbruch Richtung Dole. Wir traversierten hinein ins Kumbutal, ein wunderschöner Weg vorbei an Enzianen und rot gefärbten Blättern inmitten von Nepalkiefern, die unseren Arven ähnlich sind. Bei einer grossen alten Stupa mit wehenden Gebetsfahnen und prächtiger Aussicht war Mittagshalt auf 3800 Meter. Danach gab es einen langen steilen Abstieg und nachher mussten wir es büssen mit einem mühsamen Aufstieg. An feuchten, schattigen Stellen gab es eine geheimnisvolle Vegetation mit hängenden Flechten von den Bäumen herunter. Es mutete ganz japanisch an. Mit letzter Anstrengung erreichten wir Dole auf 4200 m, wo wir zum ersten mal Betten mit Decken hatten und in genügend Wärme gut schliefen.
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Mulo Dada auf 3800 Meter.
Mulo Dada auf 3800 Meter.
Das Cho Oyu Massiv (8202 m).
27. Oktober 2010
Nach dem Aufbruch marschierten wir an staubigen und grün geschwungenen Berghängen entlang, die Kälte kam uns mit einem Wind entgegen, so dass wir zum ersten mal unsere Mützen aufsetzten. Von unten begleitete uns das Rauschen des Gletscherbachs. Schon nach drei Stunden erreichten wir Machhermo auf 4470 m und bezogen unsere Unterkunft. Ein- und auspacken ist jeden Tag ein grosses Pensum. Nach einem nahrhaften Mittagesssen, verzog sich jeder in seine Ecke. Ich stieg einen Bergkamm hoch, wo ich zum ersten mal eine Aquarellskizze vom Cho Oyu malte, der uns auf der morgigen Etappe entgegenblickt.
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Das Cho Oyu Massiv (8202 m).
28. Oktober 2010
Heute begann der Aufstieg von Machhermo nach Gokyo bereits frühzeitig. Die Sonne begleitete uns wie immer vom stahlblauen Himmel, ein Riesengeschenk. Wir kamen dem alles überragenden Cho Oyo, 8201 m, immer näher. Vorbei an kunstvollen Steinmauern, von Hand gestapelt. Innendrinn kahl gefressene, planierte Weiden für die Yaks. Die Kuhfladen werden gesammelt und getrocknet als Brennmaterial. Der folgende Weg war alles in Steinstufen, die uns viel abforderten. So erreichten wir den ersten von den drei Gokyo Seen, wunderschön in verschiedenen grün-türkis Farben. Beim zweiten, grösseren See machten wir eine wohltuende Rast, auch zum fotografieren. Die Seefarbe, fast ein künstliches Türkis, entstanden aus der Gletschermilch. Danach schritten wir gemütlich unserem Ziel entgegen, Gokyo, gelegen am dritten See, der an der Sonne ruhig dahinglitzerte. Nach einem stärkenden Mittagsmahl erklommen Domenic und ich den über den paar Häusern liegenden Bergkamm an gemütlich weidenden Yaks vorbei. Oben angekommen erblickten wir den riesengrossen Gletscher Ngozumba, übersät mit Steinen, darunter das Eis, das kilometerweise nach unten vorstösst. Wie eine Mondlandschaft unwirtlich und mit gespenstischem unterirdischem Raunen, mit polterndem Steinschlag in die kleinen Gletschertümpel. Für uns haben diese Landschaften Dimensionen, die wir nicht für möglich gehalten haben.
Heute geht’s früh ins Bett, da morgen die Besteigung des Gokyo Ri ansteht, Tagwache um 3.30 Uhr.
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Einer der drei Gokyoseen auf 4710 Meter.
Einer der drei Gokyoseen auf 4710 m, im Hintergrund Cho Oyu.
Abendstimmung von Gokyo Ri auf Everest und Lhots.
Abendstimmung von Gokyo Ri (5355 m) auf Everest und Lhotse.
29. Oktober 2010
Die gespannte Vorfreude hat uns geweckt bevor unser Reiseführer Rhisi rufen musste, denn unser Traumziel, der Gokyo Ri stand an. Mit Stirnlampen brachen wir nach 4 Uhr in einer Kolonne auf, mussten einen kleineren Fluss überqueren, wo ich von einem vereisten Stein rutschte und mit den Schuhen im Wasser landete. Der Aufstieg war hart, die Sterne begleiteten uns, bis dann die Helligkeit des Morgens am Horizont die Bergkulisse wie in einem Scherenschnitt abbildete. Endlich nach ca. zweieinhalb Stunden erreichten wir schnaubend den Gipfel des Gokyo Ri auf 5357 m, festlich geschmückt mit all den Gebetsfahnen. Nachdem wir uns bewegt in den Armen lagen, bestaunten wir die grandiose Bergwelt: Mount Everest, Lhotse, Makalu und viele mehr, dies bei strahlenden Verhältnissen. Nach dem Abstieg konnten wir endlich eine Mahlzeit einnehmen und eine grosse Pause einlegen, bevor wir uns erneut in Richtung Dragnag aufmachten. Wir hatten den Riesengletscher Ngozumba voller Steine zu durchschreiten, auf einem schmalen Pfad von vielen verschiedenen Gesteinsarten. Nachdem wir die Riesenmoräne überwunden hatten, kamen wir auf die Hochebene nach Dragnag, 4700 m, wo wir eine schöne Übernachtungsmöglichkeit bekamen. Jetzt sind die Kräfte wieder zu sammeln für den morgigen Übergang des Cholapasses.
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Der Gipfel Gokyo Ri auf 5355 Meter.
Der Gipfel Gokoyo Ri auf 5355 Meter.
Der Ngozumbagletscher.
Der Ngozumbagletscher.
30. Oktober 2010
Schweigend kauten wir schon um fünf Uhr früh an trockenen Toasten bevor wir in die Morgendämmerung heraustraten. Gemächlich schritten wir bergwärts, jeder in Gedanken versunken, was da wohl auf uns zukommen mag auf unserer schwersten Tagesetappe. Angekommen auf dem ersten Bergkamm konnten wir in den ersten Sonnenstrahlen eine Verschnaufpause einlegen. Danach stiegen wir ab in ein riesengrosses schattiges Nichts, ein Tal, dass wie ein Vakuum war. So erreichten wir den Fuss des Berges, vor uns türmten sich Felsbrocken auf in einer Steilheit, die uns still werden liess - und dies alles in über 5000 Meter Höhe. So folgten wir unserem Führer Rhisi tapfer hinterher, jeder in seinem Schritt kämpfte mit sich selber, oft mussten wir eine Verschnaufpause einlegen, denn der Sauerstoff wurde rar. Vor uns begann ein Mann am Ende seiner Kräfte zu schreien, es schien, es ging um Leben oder Tod. Wir alle wurden ganz stumm im Wissen, dass so eine Situation uns alle treffen könnte. Im oberen Drittel des Aufstieges begann der ewige Schnee und dies schien mich zu beflügeln. Die Tritte gingen leichter in Anbetracht unseres Zieles, des Cholapasses auf 5420 m. Was für ein befreiendes Gefühl oben angekommen zu sein, als ob uns jetzt nichts mehr passieren könnte. Dass unsere ganze Gruppe ohne nennenswerte Zwischenfälle diese Etappe geschafft hat, machte uns einfach glücklich. Wieder lagen wir uns in den Armen vor Freude auch über unser familiäres Verhältnis untereinander. Hermi hatte mir eine spezielle Hillary 50 Jahre Jubiläumstafel mit Pfefferminznougat mitgegeben, die wir nun feierlich untereinander aufteilten. Es gab Fotoshooting und mit unserem Gesang machten wir uns bei den anderen Berggängern bemerkbar. Doch bald wurde uns zu kalt und wir nahmen den Abstieg in Angriff, zuerst über eine Felswand mit einem Hilfsseil, da es sehr steil war hinunter zum Gletscher. Danach folgten wir diesem Gletscherweg gut auf die Füsse achtend, da es vereiste Stellen hatte. Überragt vom Nuptse mit seinem fast senkrechten Gletscherkleid wunderschön. So kletterten wir eine steile Felsbrockenpartie hinunter mit viel Mitgefühl für die aufsteigenden Träger und Touristen. Danach folgten wir einer langen flachen Hochebene mit einem dahin-gurgelnden Bach, neben uns ragte die gigantische Cholatsewand auf. Nach einer Biegung erblickten wir endlich die wenigen Häuser von Dughla auf 4620 m. Rhisi hatte uns vorgewarnt, dass wir nur noch Massenlager finden für die Nacht. Doch da jemand annuliert hatte, war unsere Freude gross wieder für uns alle Zimmer erhalten zu haben mit warmen Decken! Die grosse Verschmutzung mit menschlichen Exkrementen liess uns weit auf Yaksweglein ausschweifen für unsere Notdurft. Am Abend erhielten wir noch ein dickes Lob von Rhisi für unser Durchhalten in der schwierigen Felspartie am Cholapass: Wir haben es in zweieinhalb Stunden geschafft, wo andere viereinhalb Stunden brauchen. Heute überzogen erstmals Wolken den Himmel, den wir in den letzten Tagen nur in Blau sahen.
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Der Weg zum Chola Pass.
Der Weg zum Chola Pass.
Auf dem Chola Pass.
Auf dem Chola Pass.
Abstieg vom Chola Pass.
Abstieg vom Chola Pass.
Auf dem Weg nach Dzonglha.
31. Oktober 2010
Heute morgen konnten wir das Packen gemütlich angehen, da wir eine kleinere Tagesetappe vor uns hatten. Wir wanderten über grosse Weideteppiche, wo sich immer noch Yaks aufhielten. Nach einiger Zeit stiessen wie auf die Hauptroute zum Basecamp Everest. Viele Träger und vollbeladene Yaks stiegen auf zum Khumbutal mit dem tosenden Gletscherbach des Khumbugletschers. Von weither sah man die Memorials auftauchen in Erinnerung an die Toten am Everest, geschmückt mit vielen Gebetsfahnen. Jeder versank in eigenen Gedanken, was für einen Preis die Erstürmung der höchsten Gipfel mit sich bringt. Eine kurze Aufhellung erlaubte uns den Blick auf Kala Patter und wir alle waren froh, diese Tour nicht in unser Programm aufgenommen zu haben. Ich hatte eine schwere Erkältung eingefangen und das schlechtere Wetter hätte uns dieses Unterfangen schwer gemacht. Wir alle waren glücklich mit den gut gemeisterten vergangenen Tagen und freuten uns, langsam wieder in der Zivilisation ankommen zu dürfen.
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Auf dem Weg nach Dzonglha.
Noch einmal ein Blick auf die Bergriesen.
Noch einmal der Blick auf die Bergriesen.
Memorial zum Gedenken an die Toten am Mount Everest. Dzonglha auf 4830 Meter.
Memorial zum Gedenken an die Toten am Mount Everest. Dzonglha auf 4830 Meter.
1. November 2010
Neugierig guckten wir morgens um 6 Uhr aus dem Fenster, um zu schauen wie viel Schnee über Nacht gefallen war. Yaks standen geduldig in einem Schneekleid da, doch der Himmel riss schnell auf und gab prächtige Ausblicke auf Ama Dablam, die majestätisch vor uns stand und ihre zwei Gipfel offenbarte. Schnee war nur etwa 15 cm gefallen, doch dies reichte, um die Landschaft zu verzaubern, wäre für Graffitizeichnungen ideal gewesen. Wir waren alle gut gelaunt beim Frühstück und soo dankbar für die Wetterbesserung. Zum ersten male zogen wir uns alle Gamaschen an, was sich auf den schwammig werdenden Wegen bewährte. Wir machten noch Fotos mit dem Lhotse im Hintergrund und zogen langsam dem tosenden Imja Khola nach talabwärts. überall weidende Yaks, die felsige noch leicht überzuckerte Landschaft wurde bald lebendiger, je tiefer wir stiegen, farbige Sträucher und die ersten Bäume begrüssten uns mit sauerstoffreicherer Luft. Wir passierten das kleine idyllische Pangboche, in kleinen Gemüsegärten klebte der Dung der Yaks an den Mauern, Kartoffeln für den Wintervorrat im Garten tief vergraben und danach mit einem Erdhügel zugedeckt. Zu vergleichen mit einer Maiensäss-Siedlung bei uns. Nach einer wohltuenden Pause folgten wir unserem Pfad und in der Ferne konnten wir unser Ziel, das Kloster Tengboche erblicken, das grösste und wichtigste im Khumbugebiet. Am Weg häuften sich die aus gemeisselten Steinplatten aufgeschichteten Mani-Mauern und Stuppas. Bald führten uns Stufen steil hinunter zum reissenden Fluss, wo uns eine neue Brücke über die Verengung der Gletschermilch sicher auf die andere Seite führte. Die marode alte Brücke lag unter der neuen und wir waren alle froh, dass diese nur noch museal dastand. Auf der anderen Talseite begann ein Märchenwald, uralte Wachholderbäume, dick mit Moos überzogene Steine, wie Feenhaar hingen lange Flechten von den Bäumen, ernährt von der Feuchtigkeit des Flusses. Domenic entdeckte mit dem Feldstecher auf einer Waldlichtung ein paar „Himalayan Got“ (wilde Bergziegen) nicht sehr scheu, da sie im Nationalpark nicht bejagt werden. Nun hatten wir noch ein letztes steiles Stück durch den morastigen Wald zu durchstehen und erreichten auf einer grossen Bergterrasse auf 3860 m den magischen Ort dieses berühmten Klosters, das im Jahr 1916 erbaut wurde. Nach einem Brand 1989 wurde es im 1993 wieder vollständig aufgebaut.
Am späten Nachmittag durften wir im Inneren des Klosters den Buddha-Room besichtigen und fotogra-fieren. Ein riesiger Buddha überthront den ganzen Raum, reich geschmückt und alle Wände voll mit aufwändiger Malerei. Rhisi versprach uns am morgen früh zur Meditation ins Kloster zu begleiten.
Unsere Unterkunft war diesmal sehr bescheiden und Domenic und Chasper versuchten stundenlang den Ofen warm zu kriegen. Für mich war es eine schlaflose Nacht in einem knarrigen Bett auf wackligen Beinen.
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Weidende Yaks.
Weidende Yaks.
Ama Dablam, diesmal von der anderen Seite.
Ama Dablam, diesmal von der anderen Seite.
Der Mount Thamersku.
Der Mount Thamersku (6608 m).
Alte und neue Brücke über den Imja Khola.
Alte und neue Brücke über den Imja Khola.
Das Kloster Tengboche auf 2870 Meter.
2. November 2010
Heute morgen waren wir schon um 6 Uhr bereit ins Kloster zu gehen zur Meditation.
Zuerst hatten wir Gong- und Hornklänge abzuwarten bevor wir in den Gompa zugelassen wurden. Mönche traten ein und suchten ihren vorgeschriebenen Platz, alsbald begannen sie ihre Gebete zu murmeln unter Weihrauchschwaden. Jeder von uns versank in seinen eigenen Gedanken und Gebeten, vor allem war es für uns die Gelegenheit Danke zu sagen für das gelungene Trekking.
Nun brachen wir auf Richtung Namche Bazar, zuerst mussten wir fast bis zum Fluss absteigen, den wir über eine grosse Hängebrücke überquerten. Wir genossen das meditative Gehen in den Wäldern mit vielen Nepali Arven (Kiefer) die Luft angenehm feucht und sauerstoffreich. Auf der anderen Talseite ging es steil hoch, doch fanden wir einen ruhigen Schritt für alle und genossen intensiv unsere zu Ende gehende Etappe. Bei jedem Blick zurück winkten uns noch die Gipfel des Everest, Lotse und Ama Dablam zum letzten Mal unter blauem Himmel zu.
Bevor wir Namche Bazar erreichten segelte ein grosser Adler über uns und im Dickicht erblickten wir den scheuen wunderschönen Pfau (Danphe) den wir sogar fotografieren konnten.
Das Highlight des späteren Nachmittags war eine warme Dusche in unserer Unterkunft nach 9 Tagen ohne waschen.
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Das Kloster Tengboche auf 3870 Meter.
Ein Fasan, der Nationalvogel Nepals.
Ein Fasan, der Nationalvogel Nepals.
3. November 2010
Nach einem feinen Nepali Morgenessen mit Gemüseomelette begannen wir unsere letzte Tagesetappe nach Lukla. Es hiess Abschied nehmen vom Sherpadorf Namche Bazar und allen war doch etwas wehmütig ums Herz dieser immensen Bergwelt den Rücken zu kehren. Wir gingen den ganz steilen Weg den wir zu Beginn unseres Abenteuers gekommen waren wieder hinunter. Nach einer Weile konnten wir noch einen letzten Blick durch den Kiefernwald auf Everest und Lotse erhaschen und in Fotos festhalten.
Danach überquerten wir die berühmte Hillary-Hängebrücke über den tosenden Dudh Kosi der uns nun auf dem Weg nach Lukla mit seinem milchig türkisfarbenen Wasser begleitete.
Wir durchquerten viele kleine Dörfer wo sich das Leben auf dem von tausenden Everesttouristen begangenen Weg abspielt. Im Schmutz spielende Kinder neben pickenden Hühnern, werkenden Müttern und überall Träger die ihre schweren Lasten abstellen um durch zu schnaufen. Ich musste vielerorts in die Gärtlein hinein gucken was da alles gedeiht und geerntet wird. Oft lagen Linsen und Bohnen zum Trocknen an der Sonne, es war ein abwechslungsreiches Gehen wo einem das bescheidene Leben der Einwohner so nahe trat.
Wir waren froh als wir in Phakding Mittagspause einlegen konnten nach 4 Stunden Marschzeit. Risih bestellte für uns alle ein feines Curry Dhal Bat, so konnten wir das verbleibende letzte Teilstück nach Luckla gestärkt angehen.
Am Abend hatten wir unsere 3 treuen und unverzichtbaren Träger zum Nachtessen eingeladen, Kadi kochte ein feines, scharfes Nepali Chicken Curry und die Stimmung war wunderbar. Wir alle wurden von unsern Nepalifreunden zum Tanz aufgefordert mit Nepali Gesang, begleitet von der „Madel“ einer Holztrommel. Glücklich, dass wir unser gelungenes Trekking bei so guter Stimmung beenden konnten sanken wir in unsere guten Betten.
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Arbeitende Frau.
Das Feld wird von Hand mit der Hacke bestellt.
Abendessen mit Tanz
Abendessen mit Tanz.
Start- und Landebahn von Lukla.
4. November 2010
Was für ein feines Morgenessen servierte uns Kadi draussen bei warmem Sonnenschein im Hotelgarten: Gemüseomeletten und gebratene Kartoffeln! Neben uns die landenden und startenden Kleinflugzeuge mit denen auch wir hofften bald los fliegen zu können Richtung Katmandu. Gegen Mittag stiegen wir mit all unserem Gepäck hoch zum chek in, doch die Aussichten bald einen Platz zu ergattern zogen sich hin, und wir waren froh hatte es gleich gegenüber eine Germany Bäckerei wo wir wieder einmal einen richtigen Kaffee trinken konnten. Wir nutzten das Warten mit Karten schreiben doch als uns Rishi alsdann mitteilte dass wir keinen Flug mehr erhalten war die Enttäuschung gross. Doch wenn man weiss dass andere Touristen tagelang auf die Flüge warten müssen wegen schlechtem Wetter kehrten wir geduldig wieder ins Hotel zurück, froh dass die Betten noch frei waren. Zum Trost kochte uns Kadi ein feines Nachtessen.
Die Start- und Landepiste von Lukla (2800 m) ist ziemlich kurz.
5. November 2010
Die Spannung stieg nach dem Morgenessen, ob es wohl heute klappen würde mit dem Abflug? Schon ab 11 Uhr warteten wir im Flughafengebäude, gingen zwischendurch in die Bäckerei zum Kaffee trinken. Wir übten uns im Geschehen lassen, konnten uns ein Beispiel nehmen an den Nepali die wir nie aggressiv erlebten. Plötzlich Rishis erlösendes Rufen, es geht los!
Noch eine Stunde mussten wir warten bis wir das Kleinflugzeug besteigen konnten, ein wunderbares Abheben im Sinne des Wortes. Wir waren in der Luft Richtung Katmandu und überflogen wieder viele Täler mit tausenden fruchtbar gemachten Terrassen.
Danach waren wir glücklich im schönen Hotel Vajra unsere Zimmer beziehen zu können.
Am Abend waren wir von Rishi und seiner Agentur zu einem traditionellen Nachtessen eingeladen. Am Boden sitzend bekamen wir nach dem ersten Reisschnaps ein feines Häppchen nach dem andern, wurden mit Nepalimusik und Tanz unterhalten, sogar Chasper und Domenic hoben das Tanzbein.
Bald kam der Moment uns von unsern treuen, hilfsbereiten Begleitern Kadi und Ram zu verabschieden. Wehmut überkam uns da wir in dieser Zeit als Familie zusammen gewachsen waren.
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Flughafen von Lukla
Hinter diesem Bild ist ein kleiner QuickTime Video (50 Sek.)
vom Flug nach Lukla versteckt.
Pokhara
6. November 2010
Nach einem wohltuenden Schlaf hiess es wieder Koffer packen und mit dem Bus Richtung Pokhara aufzubrechen. Es war eine ca. 6 Stunden Fahrt vorbei an vielen Reisfeldern und die Strasse säumten tausende von Hütten der Nepali wo sich das Gesellschaftsleben davor abspielt. Der Verkehr ging halsbrecherisch von statten, doch unser Chauffeur jonglierte sein Gefährt Millimeter genau an all den Hindernissen vorbei. Manchmal fühlten wir uns wie in einem Schüttelbecher, doch all die Schlaglöcher liessen niemanden zum rasen verleiten.
Das Klima wurde immer feuchter und wärmer, über Bananenbäumen erschien die Annapurna Kulisse der 8000 er, ein unvergessliches Bild. Viele noch blühende Blumen schenkten uns wie noch etwas Sommer.
Müde kamen wir in Pokhara an, bezogen unsere angenehmen Zimmer und mochten nur noch eine Tomatensuppe vor dem Zubettgehen.
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Pokhara.
7. November 2010
Heute wollte uns Rishi die nähere Umgebung von Pokhara zeigen damit wir uns zurecht finden wenn er sich verabschiedet um zu seinen Eltern zu fahren.
Wir stiegen den über der Stadt liegenden Bergkamm hoch, ein schöner Fussweg versteckt im Wald wo wir auch noch ein paar Affen in den Bäumen begrüssen konnten. Oben angekommen bei der Schanti-Stupa (Friedensstupa), genossen wir den Blick über den See und die ganze Stadt, dahinter die hohe Bergkette teilweise versteckt in den Wolken. Es war ein gemütlicher Sonntagsspaziergang.
Zurück stiegen wir steil den Wald ab bis ans Seeufer wo wir von Kindern mit Ruderbooten zurück zur Stadt gepaddelt wurden.
Wieder Festland unter den Füssen hatte Rishi die gute Idee an einem Strassenstand auf vier Rädern eine kleine Nepali Spezialität zu essen, uns hat es allen sehr geschmeckt.
Gemeinsam verbrachten wir den letzten Abend mit Rishi, wo wir ihm nochmals für unser gelungenes Trekkingabenteuer unseren herzlichen Dank aussprachen und ihm eine schöne Zeit bei seinen Eltern wünschten.
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Nepalispezialitäten
Nepalispezialitäten.
Fewa See mit Blick auf Sarankot.
8. November 2010
Für unseren letzten Tag in Pokhara organisierten wir uns einen Taxi der uns auf den nahe liegenden Sarankot brachte, einer Ruinenfestung auf 1600 m, von wo wir einen prächtigen Rundblick hatten, vor allem die ganze Annapurnakette direkt vor uns.
Zurück im Hotel genossen wir einen feinen Imbiss im Garten bei sommerlichen Temperaturen.
Im Zimmer erreichte uns ganz überraschend die frohe Nachricht von Nata, dass sie ein gesundes Mädchen Anina geboren hat. Unser siebtes Enkelkind, wir sind soo dankbar und wünschen dem Kleinen einen guten Stern den es im Leben begleitet.
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Blick vom Fewa-See auf den Hügel von Sarankot.
9. November 2010
Am Morgen wurden wir von einem Taxi zum Flughafen gebracht von wo wir mit der Yeti Air nach 10 Uhr Richtung Katmandu abhoben.
Über den Wolken konnten wir Abschied nehmen von den hohen, weissen Riesen die sich wie eine Perlenkette aneinander reihen.
Von Kadi wurden wir am Flughafen in Katmandu in Empfang genommen und auf unser Wunsch führte er uns am Nachmittag noch in das Treiben der Altstadt.
Eine riesige Auswahl an Läden, Strassenhändler, etwas fressbar suchende Kühe, überall Hunde und Menschen aller Art. Für uns war es ein akrobatischer Lauf in dem unglaublich wilden Verkehr, wir brauchten unsere ganze Konzentration inmitten eines unaufhörlichen Gehupes.
Am Palastplatz besuchten wir noch das Durbar Square, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde und unglaublich viele wunderschöne Holzschnitzereien aufwies. Besonders das Haus der Kumari ( Kindsgöttin ) hatte im Innenhof reich verzierte Fenster wo sich die Kumari ein mal am Tag schnell blicken lässt.
Wir waren staunende Betrachter, doch was die Bedeutung all dieser Vielfalt betrifft standen wir wie Analphabeten da. Es ist eine Wissenschaft für sich Buddhismus, Hinduismus usw. zu verstehen. Wir bekamen einen echten Eindruck vom umtriebigen Leben in dieser Stadt was man beim Betrachten aus dem Auto nicht mitbekommen kann.
Am Abend feierten wir den Geburtstag von Elisabeth mit einem Thai Essen wohin sie uns auf einer Dachterrasse eingeladen hat, herzlichen Dank! Danach liessen wir uns nach letzten Einkäufen vom Taxi sicher ins Hotel bringen.
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Kathmandu - Thamel
Das Zentrum von Kathmandu - der Thamel.
Kathmandu
Kathmandu.
10. November 2010
Heute heisst es Abschied nehmen von Nepal, einem Land mit vielen armen Menschen die uns mit ihrer Freund-lichkeit reich beschenkt haben und ihre grossartige Bergwelt uns unvergesslich bleiben werden.
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